Eine Anwaltskanzlei aus Hamburg, die den verstorbenen Ur-Erfinder des Döner in den Nachlaßrechten vertritt, hatte eine Frist versäumt, was dazu führte, dass die betreffende Marke nun öffentlich zur Verfügung stand. Dies erkannte rechtzeitig Alberto Tombaluzzi – ein italienischer Pizzabäcker aus Kassel, der sich kurzerhand alle Rechte als Marke sicherte.

Die weitergehenden Folgen für alle türkischen Imbisse, die Dönerprodukte anbieten sind vielfältig. Zehntausende Betroffene müssen gravierende Änderungen im Betrieb vornehmen.

Welche Folgen hat nun der italienische Döner?

Da Tombaluzzi nun als offizieller Markenrechtsinhaber für das beliebteste Fastfood Deutschlands eingetragen ist, kann alleinig er bestimmen, wie mit dem Namen und dem Produkt zu verfahren ist. Im sog. Zusatzblatt R III des Antrags zur Markenanmeldung hat Tombaluzzi bereits klare Regeln für die Verwendung der Marke vorgegeben:

  1. Türkische Imbisse, die Dönerprodukte verkaufen, müssen von außen deutlich sichtbar eine italienische Landesflagge anbringen oder
  2. das Ladenlokal zu einer Pizzeria umbenennen.
  3. Es darf kein Schafskäse mehr verwendet werden. Stattdessen ist echter Büffel-Mozzarella zu benutzen.
  4. Das Fladenbrot darf nur die Zutaten enthalten, die auch für italienischen Pizzateig verwendet werden.
  5. Döner im Fladenbrot muss umbenannt werden in: Original italienischer Döner in Pizzateigtasche
  6. Als Steugewürz ist nur noch Oregano erlaubt. Scharfe Gewürze sind untersagt.

Millionen Döner-Fans sind geschockt und bangen um ihr Lieblingsgericht. In den sozialen Netzwerken steht die Welt Kopf, türkische Unternehmer haben bereits Anwälte eingeschaltet. Seitens der Rechtsstelle des Bundespatentamtes hieß es am Vormittag, dass die Rechtslage klar sei und mögliche Klagen gegen den neuen Rechteinhaber mangels Aussicht auf Erfolg von den Gerichten abgewiesen werden.

Peter Witzich als Sprecher der Behörde dazu:

Wir sind auch geschockt über diese Unachtsamkeit der Juristen in Hamburg. Jedoch müssen wir uns damit abfinden, dass es in Sachen Döner in Deutschland nun zu einer gravierenden Veränderung kommen wird. In den nächsten Wochen müssen alle betroffenen Imbisse umgerüstet sein, sonst droht den Inhabern eine empfindliche Geldbuße. Das will ja nun keiner. Wir raten jedem Betroffenen, schnell und vernünftig zu handeln und keine unüberlegten Dinge zu tun.

Döner jetzt italienisch
Atila Mügül ist verwirrt, beugt sich aber den Forderungen
Wie sich die Inhaber der Dönerbetriebe auf die Umstellung vorbereiten ist durchweg verschieden. Zum Teil werden türkische Dönerbuden tatsächlich bereits in italienische Pizzerien umgebaut und neu dekoriert.

Atila Mügül (45) aus München:
„Was soll ich tun? Anwalt sagt, ich muss alles umbauen. Also bau ich um. Ich muss Geld verdienen und deutsche Gesetze sind wie sie sind. Dann machen wir es halt auf italienisch!“

Wer weitere Informationen zur Marke „Döner“ benötigt, kann sich an das Bundespatentamt wenden. Dort ist eine spezielle Notfall-Hotline eingerichtet. Die entsprechende Rufnummer kann über das örtliche Ordnungsamt oder beim Dönerlieferanten erfragt werden.

Klar ist allerdings, dass sich die Rechtslage zunächst nur auf Deutschland bezieht. Internationale Markenschutzabkommen sind davon nicht betroffen. In anderen EU-Staaten bleibt der Döner türkisch!

Deutschland ist gespannt auf die neue italienische Dönerpizza. Man kann nur hoffen, dass nicht irgendwann mal ein Amerikaner die Nische findet und Original italienische Dönerburger im Pizzateig anbietet. Lecker ist anders!