Wie jetzt erst bekannt wurde, drohte ein Sprecher der Bundesregierung dem US-Konzern Coca Cola über den Kurznachrichtendienst Twitter mit einer Pfandersatzsteuer in Deutschland, falls das Unternehmen tatsächlich beabsichtigt, seine Getränke Coca Cola, Fanta und Sprite zukünftig auch als Kapseln anzubieten.

Coca Cola hatte mitgeteilt, dass es schon in sehr naher Zukunft die Hauptgetränkesorten für entsprechende „Wassersprudler“ als Kapseln erhältlich sein sollen. Dadurch wird es möglich, aus einfachem Leitungswasser, einer Kohlensäureflasche und einer neu-entwickelten Sirup-Kapsel das Wunschgetränk selbst herzustellen. Flaschentragen und -zurückbringen wäre damit demnächst überflüssig.

Natürlich entfällt auch durch diese Entwicklung ein großer Anteil an Flaschenpfand, den die Bundesregierung durch die neue Steuer kompensieren will. Nach ersten Hinweisen aus dem Kanzleramt hieß es, dass man über einen zusätzlichen Betrag von 10-20% des Kaufpreises der Kapseln nachdenke. Da man die Kapseln nach der Benutzung nirgendwo zurückgeben kann, widerspricht das zunächst dem Pfandgedanken, soll aber nach Aussage von Hermann Ultze (CDU) in etwa dem Betrag entsprechen, den die Verbraucher zwar bisher an Pfandflaschen einkaufen, aber nicht zurückbringen.
Mann am Leergutautomat
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass man den Verbraucher aufgrund seines bisherigen bzw. durchschnittlichen Getränkekonsums schätzen könnte. Ähnlich wie bei der versäumten Abgabe einer Steuererklärung, so Ultze weiter.

Die Verbraucher werden durch eine derartige Zwangsabgabe empfindlich getroffen und werden davon abgehalten, die Getränke-Kapseln zu kaufen. Der hohe Preis – infolge der Pfandersatzsteuer – soll eine klare abschreckende Wirkung haben.

Coca Cola reagierte bisher nicht auf diese „Drohung“. Es bleibt abzuwarten, wann die ersten konkreten Debatten darüber geführt werden. Ein vorläufiger Gesetzesentwurf liegt dem entsprechenden Ausschuss des Bundestages bereits vor.

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