Das Opfer hatte sich am Tage des Unglücks auf Facebook zahlreiche Videos angeschaut, die seine Freunde per Smartphone dort gepostet haben. Olaf P. ist jedoch seit seiner Kindheit daran gewöhnt, Bewegtbilder in horizontaler Ausrichtung (wie bei einem TV oder im Kino) anzuschauen. Seitdem es üblich ist, seine täglichen video-lyrischen Inspirationen mit dem Smartphone aufzuzeichnen und diese in den Sozialen Netzwerken zu verbreiten, scheinen die Besitzer der Geräte jedoch von einer sehr gefährlichen Angewohnheit betroffen zu sein: Vertical Videos.

Videos werden mal eben schnell mit dem iPhone aus der Hand aufgenommen. Dabei hält der Filmende das Telefon aufgrund seiner gefährlichen Angewohnheit grundsätzlich hochkant. Das führt dazu, dass die Bereiche rechts und links neben dem Geschehen einfach abgeschnitten werden. Der Mensch ist aber, wie Olaf P. aus Siegen auch, eine horizontale Bildfläche gewohnt.

Es kam dazu, dass das Opfer versuchte sämtliche Videos wie gewohnt anzuschauen, indem er seinen Kopf nach rechts kippte. So konnte er – wie es für seine Augen gewöhnt war – die Videos im Querformat anschauen. Nach ca. acht 2-Minuten-Videos konnte er seinen Kopf nicht mehr in die normale Haltung zurückbewegen und klagte über starke Schmerzen. Seine Frau verständigte den Notarzt, der vor Ort eine schwere akute Verkrümmung der Halswirbelsäule feststellte. Er wurde noch in seiner Wohnung in eine sichere Transportlage gebracht und mittels Rettungshubschrauber in die nahegelegene Spezialklinik gebracht. Dort wird er immer noch stationär behandelt. Wie lange die Genesung andauern wird, dazu wollte sich bislang niemand konkret äußern. Der behandelnde Arzt Dr. Schildbürger gab allerdings zur Kenntnis, dass zum Zeitpunkt der ersten Notfallbehandlung akute Lebensgefahr bestand.

Die Ärzte empfehlen ausdrücklich, Videos mit dem Handy oder Smartphone nur noch im Querformat aufzunehmen. Dies versetze die anderen User nicht in die Gefahr, selbst auch schwere Verletzungen davon zu tragen.