Am heutigen Tag hat das Landgericht Köln in einem Grundsatzurteil die Benutzung von Adblockern in Browsern verboten. Die Nutzung solcher Addons/Tools verstoße gegen geltendes Urheber- und Medienrecht, wodurch redaktionelle oder künstlerische Inhalte im Netz unberechtigt verändert würden. Das Gericht folgte hier mehreren Klagen von Verlagen und Medienhäusern, die durch die stetig steigene Nutzerzahl von Adblockern immer weniger Werbeeinnahmen zu verzeichnen haben. Ein Vertreter der Klägergemeinschaft sprach hier von über 25% Einbußen, die sich merklich auch finanziell niederschlagen.

Das Gericht machte in der Urteilsbegründung nicht nur klar, dass

der Einsatz von Adblockern ab sofort strafbar

ist, sondern auch, dass durchgeplante und von Webdesignern entwickelte Gesamtkonzept-Webseiten – ohne die von vornherein eingeplanten Werbeanzeigen – optisch nicht schön anzusehen sind. Zudem sei der Einsatz von Adblockern ein gravierender Eingriff in die Pressefreiheit und die künstlerische Ausgestaltung geschützter Werke (hier: Webseiten).

Ebenso erklärte der vorsitzende Richter, dass alle Nutzer, die weiterhin Adblocker in ihren Browsern nutzen, aktiv halten oder installiert haben, per

sofort mit einem entsprechenden Verfahren

zu rechnen haben. Die jeweiligen Personendaten können über die IP-Adresse des Nutzers in einem neuen Schnellverfahren ermittelt werden. Dazu stellt auch die Bundesnetzagentur entsprechende Tools bereit, die ab heute von Content-Erstellern, Verlagen und Redakteuren genutzt werden können.

Im Zuge der jüngsten Verabschiedung der Vorratsdatenspeicherung sind die Ermittlungen zu Verstößen gegen das neue Verbot von Adblockern noch einfacher und flüssiger zu ahnden. Das Gericht stellte zudem auch Schnellverfahren in Aussicht, wie man sie aus bestimmten Diebstahlsverfahren kennt. Dadurch können in Zukunft Nutzer von Adblockern

innerhalb von nur 2-4 Wochen rechtskräftig verurteilt werden.

Es droht hier laut LG Köln eine

Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe.

Zusätzlich besteht die Gefahr von Regressansprüchen im Zivilverfahren, wo Publisher hohe Schadenssummen fordern und einklagen.

Es wird jedem Internet-Nutzer angeraten,

sämtliche Adblock-Plugins, -Addons oder -Tools aus den Browsern zu entfernen.

Es ist davon auszugehen, dass die Medienhäuser und Verlage mit diesem Urteil schnell und konsequent gegen die User vorgehen werden.