Mittwoch, 14. Oktober 2026
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Massen-Abmahnungen wegen abstürzendem Dollarkurs. Der Grund ist so absurd.

Von Johanna von Falkenberg2 Min. Lesezeit
Waage kippt: zahllose Artikel gegen geplatzte Dollarmünze

Auf unzähligen News-Portalen und in mehreren hundert Millionen Nachrichten-Beiträgen im Netz nannten die Redakteure in Bezug auf einen Dollar-Betrag auch immer den rechnerischen Gegenwert in Euro. Beispiel: „…verlor 7,4 Millionen Dollar (umgerechnet 6,8 Mio Euro)…“

Aufgrund des derzeit extremen Tiefstands des Dollarkurses zum Euro stimmen diese Vergleichsrechnungen nicht mehr. Der Leser würde durch die jetzt falsch dargestellten Werte in die Irre geführt und falsch informiert. Das verstoße auch gegen die ethischen Grundsätze von Journalisten, so ein Sprecher der Finanzelite auf unsere Anfrage.

Die Blätter (und/oder Online-Portale) – und auch die betroffenen kleinen Blogger und Privatpersonen – müssen per sofort eine Ausbesserung vornehmen, fordert die Gruppierung. Ebenso werde ein Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz eingefordert, der sich insgesamt im oberen 3-stelligen Millionenbetrag bewege. Zur Not will man das über die eigenen Finanzgerichte geltend machen.

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Die Summe spielt für uns keine große Rolle. Geld ist auch nur Papier oder ein Zahl auf dem Kontoauszug. Es geht uns um das Prinzip, dass die Menschen da draußen nicht so krass getäuscht werden dürfen. Man dürfe die Leser nicht in dem Glauben lassen, dass in der Finanzwelt keine Bewegung vorherrscht. Menschen haben das Recht auf eine transparente Berichterstattung.

… sagte uns der Sprecher der Finanzelite am Telefon.

Erste Redaktionen haben bereits reagiert und rechnen ihre alten Artikel neu um. Ein großes Nachrichtenportal hat dafür eine eigene Abteilung gegründet, die rund um die Uhr Wechselkurse überwacht und Beträge nachträglich anpasst. Bei Texten aus den neunziger Jahren wird dabei zusätzlich die Mark in Euro umgerechnet. Nach Angaben des Portals wird die Überarbeitung des Archivs voraussichtlich im Jahr 2031 fertig.

Juristen sehen die Forderungen gelassen. Ein Medienanwalt aus Köln weist darauf hin, dass ein Wechselkurs immer nur für den Tag gilt, an dem ein Artikel erschienen ist. Das wisse eigentlich jeder Leser. Er empfiehlt Bloggern trotzdem, unter jeden Betrag in Dollar einen kleinen Hinweis zu setzen, dass sich Kurse ändern können. Damit sei man nach seiner Einschätzung auf der sicheren Seite.

Betroffen sind nach ersten Angaben über 77 Millionen Webseiten weltweit. Darunter auch sehr viele kleinere Blogs und Magazine, sowie Privatleute. Ob die Finanzelite damit durchkommt, ist bislang noch fraglich. Aus Erfahrung könnte man aber sagen: Ja.

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