Mittwoch, 14. Oktober 2026
Rubriken

Mutter droht Sohn mit „Ich zähle bis drei“ – Jugendamt ermittelt

Von Johanna von Falkenberg2 Min. Lesezeit
Auf Schuhhöhe: nasser Gummistiefel, Kuscheltier und drohende Drei-Finger-Geste

Die Heimfahrt stand an. Der Grundschüler wollte – entgegen der Aufforderung seiner Mutter – für die Rückfahrt nach Hause seine Turnschuhe tragen, anstatt die mitgebrachten Gummistiefel, die zum Spielen im Wasser gedacht waren. Er beharrte auf das Tragen der Turnschuhe, was die Mutter zur Weißglut trieb.

Der Mutter wurde die Situation schnell zu bunt und drohte ihrem eigenen Sohn mit den Worten: „Ich zähle bis drei!“
Der 8-jährige zog dann unter dem enormen Druck, dass nach 3 etwas passieren würde, die nassen Gummistiefel an und machte sich mit der genervten Mutter auf den Weg nach Hause. Dort traf Sven auf seinen Vater, dem er sich öffnete und über die perfide Drohung seiner Mutter berichtete.

Für den Vater war die Sache sofort klar, eine solche Drohung ist ein No-Go in der Erziehung eines Kindes. Die Mutter blieb nach einem Gespräch uneinsichtig, woraufhin der Vater umgehend das zuständige Jugendamt über den Vorfall in Kenntnis setzte.

Werbung

Ein Sozialarbeiter des Amtes übernahm die erste Betreuung des Kindes vor Ort und gab Mutter wie Sohn Hilfestellung bei der Bewältigung des Traumata. Das Kind leide unter schwersten Ängsten vor der Zahl 4 (die bekanntlich auf 3 folgt). Der Hausarzt bestätigte indes, dass sogar beim Zählen bis vier in der Schule Angstzustände auftreten.

Eine Sprecherin des Jugendamtes bestätigte den Vorgang auf Nachfrage und sprach von einem klassischen Fall von Countdown-Gewalt. Gerade das Zählen bis drei sei pädagogisch heikel, weil das Kind nie erfahre, was nach der Drei eigentlich passiert. „Diese Ungewissheit hält ein Kinderherz auf Dauer nicht aus“, sagte die Sprecherin. Fachleute raten Eltern inzwischen, nur noch bis zwei zu zählen oder gleich bis unendlich. Dann habe das Kind genug Zeit, sich in Ruhe zwischen Turnschuhen und Gummistiefeln zu entscheiden. Nach Informationen der Neuen Weltpresse prüft das Bundesfamilienministerium bereits, ob Zahlen über zwei in der Erziehung künftig nur noch mit Beipackzettel verwendet werden dürfen.

Die Mutter weist die Vorwürfe zurück. Über ihren Anwalt ließ sie mitteilen, sie habe nie angekündigt, was bei drei geschehen werde. Bei drei passiere erfahrungsgemäß ohnehin nichts, das wisse inzwischen jedes Kind. Nachbarn erzählen allerdings, die Frau habe schon im vergangenen Sommer beim Streit ums Aufräumen des Kinderzimmers bis zweieinhalb gezählt. Die Gummistiefel wurden vorsorglich als Beweismittel sichergestellt und liegen jetzt in der Asservatenkammer der Polizei. Sven zieht seitdem nur noch seine Turnschuhe an, wenn er das Haus verlässt.

Ob und wie schnell sich Sven erholen wird, entscheiden die nächsten Untersuchungen in den kommenden Wochen. Die Mutter steht wegen dieses Vorfalles unter strenger Aufsicht des Jugendamtes.

Dieser Beitrag ist schon mal am 25.02.2014 erschienen.

Stimmt dieser Beitrag wirklich?

Werbung