McDonald’s Deutschland nimmt den McRib nach 37 Jahren aus dem Programm. Am 27. Oktober verkaufen die Filialen den Burger mit dem gepressten Schweinefleisch und der rauchigen Barbecuesauce zum letzten Mal. Sascha R. aus Karlsruhe will das nicht hinnehmen. Der 35-Jährige kündigt an, den McRib zu boykottieren, falls McDonald’s die Ankündigung wahr macht.
„Wenn McDonald’s das durchzieht, bestelle ich ab dem 28. Oktober keinen McRib mehr“, sagt Sascha R. im Gespräch mit der Neuen Weltpresse. Er habe lange mit sich gerungen. Seit seiner Kommunion im Jahr 2000 hat er nach eigener Schätzung rund 2400 Stück gegessen, meist freitags und meist zwei auf einmal. Seine Frau führt darüber eine Strichliste am Kühlschrank, die sie nach dem 27. Oktober abhängen will.
Damit der Boykott Wirkung zeigt, hat Sascha R. in seiner Stammfiliale an der Durlacher Allee eine Unterschriftenliste ausgelegt. Elf Gäste haben sich dort bislang verpflichtet, den McRib ebenfalls nicht mehr zu kaufen, sobald es ihn nicht mehr gibt. Drei weitere unterschrieben mit dem Hinweis, sie hätten den Burger noch nie gemocht. Sascha R. zählt auch diese Stimmen mit.
Ein Wirtschaftsforscher aus Karlsruhe hat die Folgen des Boykotts für die Neue Weltpresse durchgerechnet. Fällt der McRib wie angekündigt weg, entgeht McDonald’s durch Sascha R. ab November ein Umsatz von null Euro pro Woche. Mit den übrigen Unterzeichnern kommt er auf dieselbe Summe. Der Forscher hält den Boykott deshalb für eines der wenigen Vorhaben, deren Erfolg er schon vor dem Start in einer Tabelle festhalten konnte.
Bei McDonald’s nimmt man die Drohung nach eigenen Angaben ernst. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen habe die Absatzzahlen des McRib für die Zeit ab dem 28. Oktober neu berechnet und sei auf null Stück gekommen. Einen Zusammenhang mit dem Karlsruher Boykott könne er weder bestätigen noch ausschließen. Als Übergang verkauft die Kette für begrenzte Zeit den McRib Sweet Heat mit scharfer Chilisauce.
Den neuen Burger lehnt Sascha R. ab. Er wolle nichts essen, was so ähnlich heißt wie das Produkt, das er gerade boykottiert. Bringt McDonald’s den McRib eines Tages zurück, beendet er den Boykott nach eigenen Worten am selben Tag und bestellt zwei. Bis dahin geht er freitags weiter in die Filiale an der Durlacher Allee und nimmt einen Cheeseburger.


