Weihnachten, St. Martin oder die Deko-Schweine in Köln. Christliche Symbole oder Bräuche werden in Deutschland immer mehr zum Dorn im Auge. Zumindest wenn es um eine kleine Gruppe Muslime geht, die sich jetzt in Köln zu Wort gemeldet haben.
Nach Angaben eines Sprechers fordert die “Vereinigüng gläubiger Muslimer ü. V.” ein generelles Verbot von Schuhen in öffentlichen Gebäuden. Wie das für die Gläubigen Islam-Anhänger seit je her üblich ist, in der Moschee kein Schuhwerk zu tragen, so soll es nach deren Forderung künftig auch in öffentlichen Einrichtungen gelten. Muslime würden sich mehr und mehr benachteiligt und unterdrückt fühlen. Dabei stützt sich die Gruppierung auf eine Gesetzeslücke des Grundgesetzes, dessen genaue Bezeichnung man aber nicht preisgeben wolle.
Darf man in Zukunft im Rathaus, in Schulen und Kindergärten oder beim Anmelden des neuen Autos keine Schuhe mehr tragen? Muss man diese vor der Tür ausziehen?
Die Vereinigüng gläubiger Muslimer ü. V. schlägt vor, dass die jeweilige Verwaltung geeignete Abstellplätze bzw. Schuhboxen vor den Gebäuden bereitstellt, wo sich Besucher ihrer Schuhe entledigen können.
Der Kölner Oberbürgermeister äußerte sich nur kurz zu dem Sachverhalt: “Wir müssen den Antrag eingängig prüfen, um dann zu entscheiden den Antrag an die Landesregierungen weiterzuleiten.” Seitens der muslimischen Antragsteller deutete man aber schon eine Klage an, sofern die Stadt bzw. die Länder dem Antrag nicht entspräche.
Im Kölner Rathaus wurde der Antrag inzwischen an den Ausschuss für Bodenbeläge weitergeleitet. Dort prüft man zunächst, ob die Teppiche in den Fluren für Besucher in Socken geeignet sind. Eine erste Begehung ergab, dass der Boden im Bürgeramt im Winter recht kalt ist. Die Verwaltung erwägt deshalb, an der Garderobe kostenlose Filzpantoffeln in drei Größen auszugeben.
Auch andere Vereine haben sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Ein Kölner Karnevalsverein verlangt, dass in öffentlichen Gebäuden künftig Pappnasen erlaubt sein müssen, ein Heimatverein aus dem Bergischen Land fordert Holzschuhe für alle. Die Stadt will die Anträge gesammelt beraten. Ein Termin für die Sitzung steht noch nicht fest, sie soll aber in einem Raum mit Fußbodenheizung stattfinden.


