Mittwoch, 14. Oktober 2026
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Polizeihund-Einsatz fehlgeschlagen – Räuber entkam

Immer mehr Städte in Deutschland ziehen nach und folgen dem Beispiel der Stadt Würzburg, die es allen Hunden verbietet, ohne Leine zu laufen. Einzige Ausnahme: Blindenführhunde.

Von Konrad Albrecht1 Min. Lesezeit
Verbotschild stoppt Hund, Hundeführer sieht zu, Täter fliehen mit Beute

So kam es am vergangenen Wochenende zu einem dramatischen – aber auch kuriosen – Zwischenfall. Am Freitagabend wurde die 74-jährige Rentnerin Giesela R. im Stadtpark Würzburg Ost Opfer eines Handtaschenraubes, bei dem zwei unbekannte Täter der Dame unter Vorhalt eines Messers die Tasche samt Inhalt stahlen. Nur wenige Meter neben dem Eingang zu den beliebten Grünflächen hielt sich zur gleichen Zeit ein Polizei-Hundeführer mit seinem Diensthund Rex (4) auf und das Geschehen live miterlebte.

Giesela R. rief den uniformierten Beamten zu Hilfe, dessen Polizeihund aber konnte die Verfolgung der Täter nicht aufnehmen, da es dem Beamten durch ein Schild verboten war, seinen Diensthund im Stadtpark ohne Leine zu führen. Der 40-jährige Polizeioberkommissar versuchte zwar durch Aufsetzen einer dunklen Sonnenbrille vorzutäuschen, dass es sich bei Rex um einen Blindenführhund handelt, wurde aber sofort durch Spaziergänger entlarvt und auf das Verbotsschild hingewiesen.

Die Stadt Würzburg verteidigt das Schild am Parkeingang. Ein Sprecher des Ordnungsamtes erklärte, die Leinenpflicht gelte ausnahmslos für alle Hunde, also auch für Diensthunde im Einsatz. Wer eine Ausnahme wolle, könne beim Bürgerbüro einen Antrag auf vorübergehende Leinenbefreiung stellen. Die Bearbeitungszeit liege derzeit bei etwa sechs Wochen, in dringenden Fällen auch bei vier.

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Die Polizeigewerkschaft fordert nun längere Leinen für Diensthunde. Im Gespräch sind Modelle mit bis zu 300 Metern Länge, die sich an einer Trommel am Gürtel des Beamten abrollen lassen. Rex soll den Vorfall gut verkraftet haben. Nach Angaben seines Hundeführers verbringt er seine Freizeit seitdem lieber auf einer Wiese am Stadtrand, auf der keine Schilder stehen.

Das Opfer stand wie der Ochs vorm Berg, konnte kaum fassen, was geschah und warum diese irrsinnigen Schilder nun auch Räubern immer mehr Chancen eröffnen.
Die Täter entkamen unerkannt. In der Tasche befanden sich nach Angaben der Rentnerin nur ihr Haustürschlüssel, sowie ein Mobiltelefon. Die Dame ist wohlauf.

Dieser Beitrag ist schon mal am 24.03.2014 erschienen.

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